Cees Nooteboom

Foto: Simone Sassen

Foto: Simone Sassen

Mit Cees Nooteboom *1933 in Den Haag, Niederlande – kommt einer der wichtigsten und renommiertesten Vertreter europäischer Gegenwartsliteratur zur zehnjährigen Jubiläumsausgabe von globale° 2016 nach Bremen. Und dass Cees Nooteboom als „special guest“ das Festival eröffnet, ist weder Zufall, noch könnte es passender sein – im Jahr 2016, in dem auch das Gastland der Frankfurter Buchmesse die Niederlande und Flandern sind.

Nooteboom arbeitete nach dem Besuch verschiedener katholischer Klosterschulen zunächst in einer Bank, danach schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch.1953 unternahm er ausgedehnte Reisen durch Europa, die ihm als große Inspiration dienten. Zwei Jahre später erschien sein erster Roman Philip en de anderen (De Bezige Bij, 1955), der ihm in seiner Heimat zu erster Bekanntheit verhalf und dazu führte, dass er später in den niederländischen Schulkanon aufgenommen wurde. Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt trat er 1958 mit der Übersetzung seines Debüts unter dem Titel Das Paradies ist nebenan (Eugen Diederichs Verlag, 1958) in Erscheinung. Dennoch wartete Nooteboom lange, bis ihm die verdiente Aufmerksamkeit des deutschen Lesepublikums entgegengebracht wurde. Die Wiederentdeckung Nootebooms als Repräsentant einer „Weltliteratur aus Holland“ erfolgte erst zu Beginn der 1980er Jahre – hochgelobt von der Literaturkritik, jedoch nicht in Verkaufszahlen messbar. Und so war es der Lobgesang des deutschen Literaturpapstes Marcel Reich-Ranicki, der 1991 für den endgültigen Aufstieg Nootebooms sorgte: Zwei Jahre später waren die Niederlande und Flandern, wie in diesem Jahr, Gastland der Frankfurter Buchmesse. Und die niederländische Literaturszene dankt es ihm noch heute. Denn, so die einheitliche Meinung in den Niederlanden: Ohne den „Nooteboom-Effekt“ wäre ein Großteil toller und lesenswerter niederländischsprachiger Prosa nie auf Deutsch erschienen.

Mit freundlicher Unterstützung des Nederlands letterenfonds

Mit Unterstützung des Nederlands letterenfonds

Die Grenzüberschreitung Nootebooms lässt sich jedoch auch andernorts wiederfinden. Seine Themen wie auch die Gattungen, die er bedient, sind mannigfach: Romane und Novellen, Erzählungen und Reiseberichte, Reportagen und Theaterstücke – alles stets von sprachlich einzigartiger Brillanz. Zu recht zählt Nooteboom heute zu den bekanntesten Schriftstellern Europas.

globale° freut sich riesig, ihn in diesem Jahr als Eröffnungsgast am 28. Oktober im Rathaus Bremen begrüßen zu dürfen.