Passage Mittelmeer I Simon-Pierre Hamelin: 101, rue Condorcet, Clamart

Szenische Lesung im Brauhaus

Foto: Stephano Berca

Simon-Pierre Hamelin: 101, rue Condorcet, Clamart (Osburg Verlag 2017, aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe)

101, rue Condorcet, Clamart – an der Pariser Peripherie. In den 30er Jahren, in einer engen Küche, an einem winzigen Tisch beugt sich die große russische Dichterin Marina Zwetajewa (1892–1941) über ihr blaues Heft. Draußen der graue, wolkenverhangene Himmel von Clamart, in ihr die Sehnsucht nach der fernen Heimat. Und vor dem Haus, in dem Marina Zwetajewa mit ihrer Familie im Exil lebt – ein Gerichtsvollzieher. Aber wo leben, wenn es die alte Heimat nicht mehr gibt, die Revolution sie bis zur Unkenntlichkeit verändert hat? Zwetajewas Mann Sergej Efron und ihre zwei Kinder, Alia und Mour, sind ihren Existenzängsten ganz ausgeliefert. Sich in den »geheimen Garten« des Schreibens zurückzuziehen und zumindest dort eine neue Welt zu erschaffen, ist ihnen nicht vergönnt. Dasselbe Haus, achtzig Jahre später: Ein junger Schriftsteller besucht seine Familie in Paris. Und er entdeckt, dass sie die gleiche Adresse mit einer der wichtigsten Autorinnen der russischen Sprache teilen. Er entscheidet sich, im Namen von Marina Zwetajewa eine literarische Vergeltung an den Kleingeistern der Vororte zu üben. Hamelins Roman 101, rue Condorcet, Clamart wurde auf Russisch veröffentlicht und wird gerade ins Spanische übersetzt.

Neben dem Autor werden  Nadine Geyersbach und Matthieu Svetchine vom Theater Bremen lesen und inszenieren.

Tageskarte für Passage Mittelmeer: 10€/7 €

 

Passage Mittelmeer I Stefan Hertmans: Die Fremde

Lesung im Kleinen Haus

Foto: Michiel Hendryckx

 Stefan Hertmans: Die Fremde (Hanser Berlin 2017, aus dem Niederländischen übersetzt von Ira Wilhelm)

Moderation: Karin Struve

Tageskarte für Passage Mittelmeer: 10€/7 €

Passage Mittelmeer: Mittelmeer- Symposium

Mittelmeer- Symposium im Brauhauskeller

Im Rahmen von Passage Mittelmeer

Tausende und Abertausende von Menschen versuchten über das Mittelmeer zu fliehen, sie flüchten vor dem Krieg, vor Ausbeutung, vor Armut und Hunger. Niemand weiss, wie viele auf dieser gefährlichen Route im Laufe der vergangenen Jahre ums Leben gekommen sind. Waren es 30.000, 50.000 oder mehr? Niemand kann sie zählen. Allein 2017 ertranken schätzungsweise 2.000 Menschen in den Gewässern des Mittelmeers. Es gibt keinen Weg zurück. Die UN-Mission in Libyen hat in einem Bericht vom Dezember 2016 zahlreiche Fälle von Folter, Tötungen und Zwangsarbeit dokumentiert. „Wenn wir nicht helfen, machen wir uns strafbar. Denn es ist der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung,“ sagt Klaus Vogel, Kapitän des Rettungsschiffes Aquarius. Doch die NGOs, die humanitäre Hilfe leisten, werden kriminalisiert, als Handlanger der Schlepper bezeichnet. Trotzdem rüstet die Europäische Union derzeit die libysche Küstenwache auf, damit sie Flüchtende stoppt und nach Libyen zurückbringt. Die SPD will Flüchtlingslager in Mali und Niger schaffen. Während unseres Symposiums kommen zu Wort:
SOS MEDITERANE – eine zivile, europäische Organisation, die zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer das Rettungsschiff Aquarius einsetzt, Signal of Solidarity – ein Bremer Verein, der Geflüchtete in Griechenland, Serbien, Frankreich unterstützt, Alarmphone – ein selbstorganisiertes Call-Center für Geflüchtete, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten, Prof.Dr. Martin Zillinger – Ethnologe an den Universitäten Bremen und Köln, der sich aus wissenschaftlicher Sicht mit dem Thema „Migration – Menschen in Bewegung“ beschäftigt.

 

In Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Bremen

Tageskarte für Passage Mittelmeer: 10€ / 7€

 

Eröffnung “Passage Mittelmeer” I Ivana Sajko: Rio Bar & Richard Swartz: Blut, Boden und Geld

Eröffnung und Lesung

Eröffnung des Programms im Kleinen Haus: mit Ulrike Hiller, Die Bevollmächtigte beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit und Gabriele Benno, Allianz Kulturstiftung

Foto: Hassan Abdelghani

 

Lesung von Ivana Sajko: Rio Bar (Matthes&Seitz Berlin, 2011, ins Deutsche übersetzt von Alida Bremer)
Deutsche Texte: Lisa Guth

 

Lesung von Richard Swartz: Blut, Boden und Geld (S.Fischer 2016, aus dem Schwedischen von Hedwig M. Binder)

 

 

Moderation: Ivna Zic

 

 

 

Passage Mittelmeer:
Die Bezeichnung „Mittelmeer“ steht heute für Hoffnung und für Verzweiflung. Tausende wagen auf dem Weg in ein scheinbares Eldorado Europa. Angesichts schrecklicher Ereignisse und Bilder vergisst man oft, dass das Mittelmeer ein Raum der Kulturbegegnung mit einer langen Geschichte und mit vielen Traditionen ist. Mit dem Reichtum eines historisch gewachsenen Kulturaustauschs, aber auch mit den Grenzziehungen und Konflikten dieses Raumes setzen sich Literatur und Kultur der Mittelmeerländer auseinander. Gemeinsam mit dem Theater Bremen nimmt globale°-Festival für grenzüberschreitende Literatur seine Gäste mit auf eine zweitägige Entdeckungsreise. Auf den Bühnen des Theaters Bremen präsentieren wir Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Theater, Musik und auch Kulinarisches von der Passage Mittelmeer

Tageskarte für Passage Mittelmeer: 10€/7 €