Akli Tadjer im Gespräch

Im Gespräch mit Phanie Bluteau und Wolfgang Barth spricht der algerische Autor Akli Tadjer über sein literarisches Werk, in dessen Mittelpunkt Algerien und die Frage nach dem Verhältnis von Menschen zueinander stehen. Außerdem erinnert er sich an seine Erfahrungen mit Rassismus, die er in einer auf Französisch veröffentlichten Kurzgeschichte Qui n’est pas raciste ici? beschrieb.

In dieser Kurzgeschichte erzählt der französisch-algerische Schriftsteller von seiner Begegnung mit Schülern in Hauts-de-France, die den Autor, einen „Ausländer“, und seinen dritten Roman, Le Porteur de cartable (Der Schulranzenträger), heftig kritisiert hatten, als ihr Lehrer ihnen vorschlug, diesen zu lesen. Le Porteur de cartable erzählt die Geschichte der Entstehung einer unzertrennlichen Freundschaft zwischen Omar und Raphaël, zwei Kindern, die im Frankreich des Jahres 1962 durch die Folgen des Algerienkonflikts auseinandergerissen werden. Dies war für einige Schüler inakzeptabel, die den Autor, der kein Franzose ist, die Handlung, die nichts mit Frankreich zu tun hat, und das verwendete Vokabular – Eigennamen und gewöhnliche arabische Substantive – gleichermaßen ablehnten…
Aus dieser Erfahrung und aus der Begegnung mit dieser Klasse am Freitag, dem 16. November 2018, hat Akli Tadjer eine Geschichte von beeindruckender Intensität geschaffen. Es ist in gewisser Weise seine Antwort auf eine Aggression, die er sich nicht vorstellen konnte, die es ihm aber ermöglichte, seinen Auftrag, sein Engagement, seinen Weg neu zu definieren.

In dem Gespräch wird es auch um sein Buch La Meilleure façon de s’aimer gehen, welches auf Deutsch übersetzt und im Sujet Verlag veröffentlicht wurde (Die beste Art zu lieben, 2014).

Foto: Philippe Matsa

Wann und wo?

04.11., 19 Uhr, im Institut français Bremen (Contrescarpe 19, 28203 Bremen)

Hinweis: Die Lesung findet in deutscher und französischer Sprache statt!

Anmeldung: kultur.bremen@institutfrancais.de oder + 49 (0) 421 – 339 44 0