Schatten

Von: Caroline Renz, Klasse 12, Gymnasium Cäcilienschule Oldenburg

Zwei Jahre waren wir gemeinsam um die Welt gereist. Waren zusammen durch Länder und über Grenzen gegangen. Mal gingst du voran, mal ich und oft liefen wir auch einfach nebeneinander her. Kitschig, aber treuer Gefährte trifft es wohl ganz gut. Und trotzdem, irgendwann hat es mir gereicht.
Kannst du mich nicht einmal in Ruhe lassen? habe ich dich angeschrien, mitten in der Wüste, als du langestreckt vor mir auf dem heißen Sand lagst.
Denn anschreien kann ich, überhaupt steh ich doch eigentlich über dir. Allein die physikalische Beschaffenheit unseres Verhältnisses zueinander müsste doch eigentlich unsere Beziehung schon genug definieren. Nur die Tatsache, dass du manchmal doch gar nicht da bist, hatte ich da nicht mit einkalkuliert.
Die Dunkelheit habe ich für mich ganz allein.
Ob ich das gut finden soll, das weiß ich bis heute nicht, aber dass ich das Ganze eh nicht ändern kann, schon.
Ist mir im Nachhinein auch klar geworden und ich wollte mich einmal entschuldigen, für den Schrei in der Wüste.
Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass ich dich sonst immer an meiner Seite habe.
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