Étonnant voyage avec le Bateau Livre: Schifffahrt mit SchriftstellerInnen

Schifffahrt

Étonnant voyage avec le Bateau Livre

Eine gemeinsame Bootstour Französischer Autoren und Autorinnen und Publikum.

Anmeldungen unter info@globale-literaturfestival.com

FAHRGELD

Shumona Sinha: Kalkutta

Foto: Patrice Normand
Foto: Patrice Normand

Lesung

Shumona Sinha: Kalkutta (Nautilus, 2016)

Moderation: Elisabeth Arend

In ihrer unnachahmlich poetischen Sprache erzählt Sinha von einer verlorenen Kindheit in Indien, zwischen gestern und heute, zwischen der Familien- und der politischen Geschichte. Nach vielen Jahren in Frankreich kehrt Trisha anlässlich der Einäscherung ihres geliebten Vaters zurück in ihre Geburtsstadt Kalkutta. Im verlassenen Haus der Familie, in dem sie aufgewachsen ist, schicken die Möbel und vertrauten Gegenstände aus alten Tagen ihre Gedanken auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Da ist zum Beispiel die rote Steppdecke, die sie nicht nur an die Hausierer erinnert, die solche Decken anfertigten, sondern auch daran, wie sie eines Nachts ihren Vater dabei beobachtete, wie er in ebendieser aufgerollten Decke einen Revolver versteckte. Oder das kleine Fläschchen mit Hibiskusöl, mit dem man ihrer Mutter Urmila die Kopfhaut massierte, wenn diese wieder einmal von schwerer Melancholie überwältigt wurde. Indem Trisha sich in die Kratzer und Risse dieser Objekte, der Möbel, des Hauses versenkt, ersteht die Vergangenheit mehrerer Generationen einer Familie wieder auf, und damit auch die kollektive, politische Vergangenheit Westbengalens – von der britischen Kolonialzeit bis zur jahrzehntelangen kommunistischen Regierung seit den späten 1970er Jahren.

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

CAFÉ LITTÉRAIRE: Mit Roland Brival, Doan Bui, Shumona Sinha und Fawzia Zouari

CAFÉ LITTÉRAIRE. Mit Roland Brival, Doan Bui, Shumona Sinha
und Fawzia Zouari

Dans les rues de Harlem – Chanson-Intermezzo:
Roland Brival (Gesang) und Nicolai Thein (Klavier)

Moderation: Elisabeth Arend und Philippe Wellnitz

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

In Kooperation mit dem Institut français Brême und dem Literaturfestival Étonnants voyageurs, Saint Malo.

Boualem Sansal: 2084 – Das Ende der Welt

Foto: Roger von Heereman, MERLIN VERLAG
Foto: Roger von Heereman, MERLIN VERLAG

Lesung

Boualem Sansal2084 – Das Ende der Welt (Merlin, 2016)

Moderation: Elisabeth Arend

In Abistan, Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Individuelles Denken ist abgeschafft: eine allgegenwärtige Elite unter Führung von Abi dem Entsandten steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln.
Offiziell heißt es, die Bevölkerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben.
Doch Ati, der Protagonist dieses Romans, der ausdrücklich anknüpft an Orwells Klassiker „1984“, hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtrünnigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen …
In seinem Roman entwirft Boualem Sansal ein Regime, das auf der religiösen Überhöhung einer Ideologie beruht und sich die Suche des Individuums nach persönlichem Glück auf erschreckende Weise zunutze macht: Das vom System auferlegte Streben nach spiritueller Erleuchtung diktiert das Leben eines jeden Bürgers und wird zum Motor der Gemeinschaft.

Sansals Vision ist zugleich faszinierend und beunruhigend – in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche mahnt sie zu gelebter Brüderlichkeit, toleranter Demokratie und einsichtiger Freiheit.

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

In Kooperation mit dem Institut français Brême und dem Literaturfestival Étonnants voyageurs, Saint Malo.

Ernest van der Kwast: Die Eismacher

Foto: Keke Keukelaar
Foto: Keke Keukelaar

Lesung

Ernest van der Kwast: Die Eismacher (btb, 2016)

Moderation: Katrin Krämer

Im Norden Italiens, inmitten der malerischen Dolomiten, liegt das Tal der Eismacher, in dem sich die Einwohner auf die Herstellung von Speiseeis spezialisiert haben. Giuseppe Talamini behauptet gar, die Eiscreme wurde hier erfunden. Und er muss es wissen, schließlich haben sich die Talaminis seit fünf Generationen dieser Handwerkskunst verschrieben. Jedes Jahr im Frühling siedeln sie nach Rotterdam über, wo sie während der Sommermonate ein kleines Eiscafé betreiben. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: zartschmelzendes Grappasorbet, sanftgrünes Pistazieneis, zimtfarbene Schokolade. Dennoch beschließt der ältere Sohn Giovanni, mit der Familientradition zu brechen, um sein Leben der Literatur zu widmen. Denn er liebt das Lesen so sehr wie das Eis. Bis ihn eines Tages sein Bruder aufsucht: Luca, der das Eiscafé übernommen hat, ist inzwischen mit Sophia verheiratet, in die beide Brüder einst unsterblich verliebt waren. Und er hat eine ungewöhnliche Bitte…

In Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Intellektuelle im Ausnahmezustand? Diskussion zur aktuellen Lage von Wissenschaftler/innen, Journalist/innen und Schriftsteller/innen in der Türkei

Diskussion

Intellektuelle im Ausnahmezustand?
Diskussion zur aktuellen Lage von Wissenschaftler/innen, Journalist/innen und Schriftsteller/innen in der Türkei

Moderation: Elmas Topcu

Bereits seit Jahren sind regierungskritische Journalist/innen, Autor/innen und andere Intellektuelle in der Türkei von strafrechtlicher Verfolgung bedroht, viele von ihnen haben wiederholt für die öffentliche Äußerung ihrer Meinung Gefängnisstrafen verbüßen müssen, u.a. der Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, Can Dündar, der 2014 für die Erstaufführung seiner Dokumentation zu den Gezi-Protesten nach Bremen gekommen war. Im Januar 2016 führte der Aufruf von 2000 „Akademiker/innen für den Frieden“, in dem die Regierung aufgefordert wurde, den Krieg in den kurdischen Gebieten des Südostens der Türkei, unter dem insbesondere die Zivilbevölkerung zu leiden hat, zu beenden, zu heftigen Reaktionen von offizieller Regierungsseite, wonach die Unterzeichner/innen als ´Vaterlandsverräter´ innen bezeichnet und behandelt wurden. In der Folge wurden zahlreiche unterzeichnende Wissenschaftler/innen durch ihre Hochschulleitungen mit Sanktionen belegt oder soger entlassen, wobei bis heute unklar bleibt, nach welchen Kriterien die Bestraften ausgesucht wurden. Nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 wurden 10.000e Mitarbeiter/innen in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und insbesondere in den Hochschulen unter dem Verdacht der Kollaboration mit den Putschisten, die die Regierung Erdogan unter den Anhängern der Gülen-Bewegung ausmachte, außer Dienst gesetzt: ihnen wurde die Ausreise verwehrt, Pässe wurden eingezogen. Auch hier erscheinen die Kriterien, wonach eine Identifikation ´nur´ als unliebsame Kritiker/innen der Regierung oder schon als Terrorverdächtige (als die die Anhänger der Gülen-Bewegung bezeichnet werden) erfolgt, willkürlich. Während manche Unterzeichner/innen des Aufrufes mehr Restriktionen erfahren, machen andere die Erfahrung, dass sich der Beobachtungfokus von ihnen abgewandt hat. Die Situation insgesamt ist unüberschauber. Große Verunsicherung auf beiden Seiten bestimmt die deutsch-türkischen Beziehungen. Was heißt all das für die Zusammenarbeit, die Haltung, die Arbeit von Intellektuellen hier und da, darüber diskutieren unsere Podiumsgäste.

Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu, Konrektorin für für Internationalität und Diversität
an der Universität Bremen, Unterzeichnerin des Friedensappells
Dr. Cetin Gürer, Politikwissenschaftler und Philipp-Schwarz-Stipendiat,
Unterzeichner des Friedensappells
Dr. Roy Karadag, Geschäftsführer des Instituts für interkulturelle und internationale Studien, Universität Bremen
Turgay Doğan, deutsch-türkischer Schauspieler, Regisseur und Dramatiker. Er lebt in Istanbul und ist Gründer und Autor der Istanbuler Theatergruppe „gnlv“
Dr. Hilde Stadler, TV-Korrespondentin ARD/ Bayerischer Rundfunk und stellv. Landesvorsitzende Bayerischer Journalistenverband

In Kooperation mit EuropaPunkt, dem DJV Bremen, der Universität Bremen und dem Festival Literatürk.

Dialog Kreation, Übersetzung und Edition. Grenzterritorien: Workshop

Workshop

Dialog Kreation, Übersetzung und Edition. Grenzterritorien.

Mit dem Verleger Manuel Borrás und Miguel Sáenz, Übersetzer und Mitglied der RAE

Moderation: José María Díaz de León

Veranstaltung auf Deutsch und Spanisch.

In Kooperation mit dem Instituto Cervantes.

Workshop: Literatur übersetzen – Kulturen übersetzen

WORKSHOP: LITERATUR ÜBERSETZEN-KULTUREN ÜBERSETZEN

Workshop der Universität Bremen

11:00-11:15 Uhr: Einführung durch Prof. Elisabeth Arend (Uni Bremen/globale° e.V.)

11:15-11:30 Uhr: Vortrag: „Wenn Übersetzer ,Übersetzer‘ übersetzen …. 5 Bemerkungen zur Translation postkolonialer Literatur“ von Regina Keil-Sagawe (Romanistin/Publizistin/Übersetzerin, Heidelberg)

11:30-13:00 Uhr: Panel: Denkanstöße zu Fragen des Übersetzens

mit Prof. Dr. Hans Krings (Angewandte Sprachwissenschaft, Uni Bremen), Dr. Brigitte Döbert (Übersetzerin, Berlin), Regina Keil-Sagawe(Romanistin/Publizistin/Übersetzerin, Heidelberg), Eva Profousová (Übersetzerin,Hamburg), Madjid Mohit (Verleger, Bremen), Janka Wagner(Universität Oldenburg) Dr. Matthias Zach (Uni Göttingen, Forum für Globale Studien)

14:00 – 16:00 Uhr: Workshops der ÜbersetzerInnen

  • Brigitte Döbert: “Triester Trester. Grappa, Loza und tote Tutoren“
  • Regina Keil-Sagawe: „Die ,Khadratur‘ des Kreises“– Übersetzungsworkshop zur maghrebinischen Literatur
  • Eva Profousová: Mit fremden Schnäbeln reden: Bürgerfrust und Punkerwut bei Jaroslav Rudiš
  • Dr.jur. Miguel Sáenz: „Traducir para vivir, vivir para traducir“
  • Abdelkader Benali: Zur Übersetzung bildhafter Sprache

16:00 – 17:30 Uhr: Abschlussgespräch- Kurzberichte aus den Workshops / Diskussion

In Kooperation mit der Universität Bremen, der Universität Oldenburg, der Stiftung der Universität Bremen und dem Instituto Cervantes.
Ameldung unter 0421 218 68 051 und artes@uni-bremen.de

Abdelkader Benali: Das Blau des Meeres und das Blau der Stadt & Murat Isik: Das Licht im Land meines Vaters

Barbara Kerkhof
Barbara Kerkhof
Foto: Merlijn Doomernik
Foto: Merlijn Doomernik

Lesung

Abdelkader Benali: Das Blau des Meeres und das Blau der Stadt

(Übersetzung: Institut für Niederlandistik, Universität Oldenburg)

&

Murat Isik: Das Licht im Land meines Vaters (dtv, 2016)

Moderation: Tobias Pollok

In Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

 

 

 

 

Dimitré Dinev: Alice im Wunderland

 

Foto: Reinhard Werner
Foto: Reinhard Werner

Szenische Lesung

Dimitré Dinev: Alice im Wunderland (UA 2015 Sommerspiele Melk)
Gelesen von Schauspielern des Bremer Theaters.

Moderation: Christine Gorny

Eine märchenhaft philosophische Reise durch (Alb-) Traum-Welten: Dinev interpretiert Alices Weg symbolhaft als die Bewusstseins-Reise einer Wachkomapatientin.

EINTRITT

In Kooperation mit dem Theater Bremen und der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft.