Ilma Rakusa: Einsamkeit mit rollendem „r“ und Impressum langsames Licht

Foto: Giorgio von Arb
Foto: Giorgio von Arb

Lesung

Ilma Rakusa: Einsamkeit mit rollendem „r“ (Droschl, 2014) und Impressum langsames Licht (Droschl, 2016)

Moderation: Silke Behl

15 Jahre nach ihrem letzten Gedichtband, Love after love, bringt sich Ilma Rakusa wieder als Lyrikerin in Erinnerung. Impressum: Langsames Licht ist ein in mehrere Abteilungen gegliederter Band mit rund 90 kürzeren und längeren, z.T. auch mehrteiligen Gedichten, die die Themen und poetischen Verfahren ihres gesamten Werks exemplarisch vorführen.

Im Zentrum der vierzehn Erzählungen von Ilma Rakusas Einsamkeit mit rollendem r stehen Begegnungen mit Menschen und Orten, vorübergehende Aufhebungen der Einsamkeit, in Zürich und Graz, am Mont Ventoux und im slowenischen Karst. Es sind Menschen mit sehr gegenwärtigen Biografien, freiwillig und unfreiwillig Reisende, in vielerlei Hinsicht Entwurzelte, Suchende mit rätselhaften, oft dramatischen Schicksalen, denen sich Ilma Rakusa mit großer Diskretion nähert. Ihre Sätze sind knapp, ohne zu stenographieren, genau und doch lyrisch verspielt und phantasievoll, sie lassen den Geschehnissen und den Orten ihr unaussprechbares Geheimnis – und machen diese Menschen und ihre Orte daher nur umso anziehender.

EINTRITT

In Kooperation mit dem Theater Bremen.

 

Kat Kaufmann: Superposition & Rasha Khayat: Weil wir längs woanders sind & Shida Bazyar: Nachts ist es leise in Teheran

Lesung

Foto: Alexey Kiselev
Foto: Alexey Kiselev

Kat Kaufmann: Superposition (Hoffmann und Campe, 2015)

Superposition ist die Geschichte der 26-jährigen Jazzpianistin Izy Lewin. Sie taumelt durch die Tage und die Nächte, während Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit ineinandergleiten. Izy steckt fest zwischen den erniedrigenden Hotel-Gigs, den Avancen des Regisseurs Marc und der Beschissenheit der Dinge an sich.

Foto: Anna Maria Thiemann
Foto: Anna Maria Thiemann

Rasha Khayat: Weil wir längs woanders sind (Dumont, 2016)

Weil wir längst woanders sind erzählt die Geschichte von Basils Reise nach Jeddah zur Hochzeit seiner Schwester. Er möchte ein letztes Mal die alte Nähe spüren. Zugleich führt ihn sein Besuch mitten hinein in die eigene Vergangenheit: in den liebevoll-skurrilen Kosmos der saudischen Verwandtschaft, die in seinem »deutschen Leben« nie anwesend war und doch immer da in der Erinnerung.

Shida Bazyar: Nachts ist es leise in Teheran (Kiwi, 2016)

Joachim Gern
Joachim Gern

Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.

Moderation: Haimo Stiemer und Tobias Pollok

In Kooperation mit dem Club Moments.

EINTRITT

APRÈS-MIDI DES ÉCRIVAINS

Lesung

Doan Bui: Le Silence de mon père (L’Iconoclaste, 2016)

CAFÉ LITTÉRAIRE. Mit Roland BrivalBoualem Sansal und Fawzia Zouari

Dans les rues de Harlem – Chanson-Intermezzo:
Roland Brival (Gesang) und Nicolai Thein (Klavier)

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

In Kooperation mit dem dem Literaturfestival Étonnants voyageurs, Saint Malo, dem Institut français Brême und dem Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven.

Shumona Sinha: Kalkutta

Foto: Patrice Normand
Foto: Patrice Normand

Lesung

Shumona Sinha: Kalkutta (Nautilus, 2016)

Moderation: Elisabeth Arend

In ihrer unnachahmlich poetischen Sprache erzählt Sinha von einer verlorenen Kindheit in Indien, zwischen gestern und heute, zwischen der Familien- und der politischen Geschichte. Nach vielen Jahren in Frankreich kehrt Trisha anlässlich der Einäscherung ihres geliebten Vaters zurück in ihre Geburtsstadt Kalkutta. Im verlassenen Haus der Familie, in dem sie aufgewachsen ist, schicken die Möbel und vertrauten Gegenstände aus alten Tagen ihre Gedanken auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Da ist zum Beispiel die rote Steppdecke, die sie nicht nur an die Hausierer erinnert, die solche Decken anfertigten, sondern auch daran, wie sie eines Nachts ihren Vater dabei beobachtete, wie er in ebendieser aufgerollten Decke einen Revolver versteckte. Oder das kleine Fläschchen mit Hibiskusöl, mit dem man ihrer Mutter Urmila die Kopfhaut massierte, wenn diese wieder einmal von schwerer Melancholie überwältigt wurde. Indem Trisha sich in die Kratzer und Risse dieser Objekte, der Möbel, des Hauses versenkt, ersteht die Vergangenheit mehrerer Generationen einer Familie wieder auf, und damit auch die kollektive, politische Vergangenheit Westbengalens – von der britischen Kolonialzeit bis zur jahrzehntelangen kommunistischen Regierung seit den späten 1970er Jahren.

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

Boualem Sansal: 2084 – Das Ende der Welt

Foto: Roger von Heereman, MERLIN VERLAG
Foto: Roger von Heereman, MERLIN VERLAG

Lesung

Boualem Sansal2084 – Das Ende der Welt (Merlin, 2016)

Moderation: Elisabeth Arend

In Abistan, Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Individuelles Denken ist abgeschafft: eine allgegenwärtige Elite unter Führung von Abi dem Entsandten steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln.
Offiziell heißt es, die Bevölkerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben.
Doch Ati, der Protagonist dieses Romans, der ausdrücklich anknüpft an Orwells Klassiker „1984“, hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtrünnigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen …
In seinem Roman entwirft Boualem Sansal ein Regime, das auf der religiösen Überhöhung einer Ideologie beruht und sich die Suche des Individuums nach persönlichem Glück auf erschreckende Weise zunutze macht: Das vom System auferlegte Streben nach spiritueller Erleuchtung diktiert das Leben eines jeden Bürgers und wird zum Motor der Gemeinschaft.

Sansals Vision ist zugleich faszinierend und beunruhigend – in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche mahnt sie zu gelebter Brüderlichkeit, toleranter Demokratie und einsichtiger Freiheit.

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch.

In Kooperation mit dem Institut français Brême und dem Literaturfestival Étonnants voyageurs, Saint Malo.

Abdelkader Benali: Das Blau des Meeres und das Blau der Stadt & Murat Isik: Das Licht im Land meines Vaters

Barbara Kerkhof
Barbara Kerkhof
Foto: Merlijn Doomernik
Foto: Merlijn Doomernik

Lesung

Abdelkader Benali: Das Blau des Meeres und das Blau der Stadt

(Übersetzung: Institut für Niederlandistik, Universität Oldenburg)

&

Murat Isik: Das Licht im Land meines Vaters (dtv, 2016)

Moderation: Tobias Pollok

In Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

 

 

 

 

Aris Fioretos: Mary

Foto: Sara McKey
Foto: Sara McKey

Lesung

Aris Fioretos: Mary (Hanser, 2016)

Moderation: Karen Struve

„Es mag seltsam klingen, aber ich bin die einzige, die erzählen kann, wie ich endete.“ Es ist die Zeit der Diktatur des Militärs in Griechenland. Marys Bericht beginnt mit ihrer Liebe zu Dimos, einem Anführer der Studentenbewegung. Im November 1973 wird Mary festgenommen, in den Verliesen des Sicherheitsdiensts ist sie Hunger, Kälte und Folter ausgesetzt. Nur sie weiß von ihrer Schwangerschaft, dem Kind von Dimos. Aber Mary erzählt auch von der Solidarität unter den gefangenen Frauen, wie es ihr gelang zu überleben, ohne Verrat zu begehen. Mit großer literarischer Kraft beschreibt Aris Fioretos, der Autor aus Schweden, die existentielle Krise einer jungen Frau, die vor einem unlösbaren Konflikt steht.

EINTRITT

In Kooperation mit Stiftung Haus Kränholm.

Dennis Gastmann: Atlas der unentdeckten Länder

Foto: Dennis Gastmann
Foto: Dennis Gastmann

Lesung

Dennis Gastmann: Atlas der unentdeckten Länder (Rowohlt, 2016)

Nach Marco Polo, Kolumbus und Vasco da Gama geht der nächste große Entdecker auf Reisen. Dennis Gastmann erkundet die letzten unentdeckten Länder dieser Welt: Akhzivland, Karakalpakstan, R’as al-Chaima – magische Orte, fern, unbekannt oder vergessen. So steuert Gastmann an Bord eines Seelenverkäufers auf Pitcairn zu, einen Felsen in der Südsee, auf dem die Nachfahren der Meuterer von der Bounty leben. Sie bitten ihn, für immer zu bleiben – es fehlt an jungen Leuten. Er wandert durch die tausendjährige Mönchsrepublik auf dem Berg Athos, in der Touristen unerwünscht sind, Frauen ein Skandal – die bärtigen heiligen Männer wollen unter sich bleiben. Gastmann taucht mit einem Rudel Haie in Palau, der weltweit ersten Haischutzzone, und sucht nach Liebe in Transnistrien, einem Mafiastaat, der Besuchern rät: «Fahren Sie lieber nach Spanien!» Er gerät in Wüstenstürme, strandet tagelang in einem Flughafenterminal und wird zum letzten Kaiser von Ladonien gekrönt …
Dennis Gastmann begibt sich auf eine Reise zu den Ausläufern unserer Zivilisation. Wie sieht es dort aus? Wie lebt man dort? Und was sagt das über den Rest unserer durchorganisierten Erde? Eine aufregende Mischung aus Douglas Adams und Herodot – und ein einzigartiges Reiseabenteuer.

EINTRITT

In Kooperation mit dem Kulturbüro Bremen Nord.

Ilva Fabiani: Le lunghe notti di Anna Alrutz

Foto: privat
Foto: privat

Lesung

Ilva Fabiani: Le lunghe notti di Anna Alrutz (Feltrinelli, 2014)

Moderation: Elisabeth Arend

Veranstaltung auf Deutsch und Italienisch.

In Kooperation mit der Deutsch-Italienischen Gesellschaft.

Nedim Gürsel: Le fils du Capitaine

Foto: Ekko von Schwichow
Foto: Ekko von Schwichow

Lesung

Nedim Gürsel: Le fils du Capitaine (Seuil, 2016)

Moderation: Elisabeth Arend

Diskussion: mit Barbara Yurtdaş, Übersetzerin.

Yurtdaş arbeitet derzeit an der Übersetzung von Le fils du Capitaine, übersetzte in der Vergangenheit bereits den Roman Allahs Töchter. Ihre Arbeit an den Texten Gürsels sowie beide Titel werden im Anschluss an die Lesung im Gespräch thematisiert.

Veranstaltung auf Deutsch und Französisch und Türkisch.

In Kooperation mit dem Institut français Brême, dem Literaturfestival Étonnants voyageurs, Saint Malo und dem Kulturforum Türkei.