30.10. - 7.11.2022

globale° 2022 - Miteinander

Bremen | Bremerhaven | Delmenhorst

inter arma silent musae – unter Waffen schweigen die Musen, so formulierte es in Anlehnung an Cicero der deutsche Kunsthistoriker Wilhelm von Bode im Ersten Weltkrieg. Und in der Tat: Der aktuelle Krieg in der europäischen Nachbarschaft ließ uns verstummen. Wir fühlten uns ohnmächtig, hilflos, sprachlos. Und doch und gerade deswegen hat Mitte März 2022 globale° zusammen mit dem Theater Bremen, der Bremer Shakespeare Company und dem Bremer Literaturhaus zu der ersten Veranstaltung unter dem Titel „Wort ergreifen!“ eingeladen; weitere sollten folgen. Texte von zeitgenössischen Autor:innen aus Russland, aus Belarus, aus der Ukraine, wie z.B. von Viktor Martinowitsch oder von Serhij Shadan, der im belagerten Charkiv ausharrt, twittert und sehr zu Recht mit dem diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird, standen auf dem Programm. Daneben Hinweise auf ältere Bücher. Denn Krieg und Gewalt bestimmen das Leben in der globalen Welt nicht erst seit dem 24. Februar 2022. Imperiale Machtansprüche, koloniale Vergangenheit, Diskriminierung – all das spiegelt sich in unserer Gegenwart wider. All das wird beispielhaft bei der diesjährigen globale° thematisiert. Unser Motto 2022 heißt „Miteinander“. Wir sind überzeugt: Nur die Solidarität, der Zusammenhalt, der Gemeinsinn können uns, die Kultur, die Gesellschaft weitertragen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Inspiration und Ermutigung bei der globale° 2022.

Tagesaktuell​

Manchmal kann es zu kurzfristigen Programmänderungen kommen. Darauf haben wir leider keinen Einfluss. Bitte schauen Sie daher am Veranstaltungstag für tagesaktuelle Informationen zu unserem Programm noch einmal auf unserer Website oder auf Facebook vorbei.

 

 

 

Foto: Matej Meza

globale° 2022 - Programm

30.10. - 6.11. Día de los muertos

Bei den mexikanischen Feierlichkeiten zum Tag der Toten markiert der Tod keine Trennung, sondern eine Verbindung. Der Altar dient dazu, uns aktiv an die zu erinnern, die uns bereits verlassen haben – mit Erinnerungsgegenständen, freundlichen Totenköpfen und Skeletten, gemeinsam gefertigten Papierblumen, selbst gemachtem Pan de muerto und einer Ausstellung von Pergaminbögen der Bremer Künstlerin Rosa Jaisli. Miteinander feiern die Lebenden und Toten ein rauschendes Fest.
Beteiligt:

Rosa Jaisli, Claudia A. Cruz, Oandris
(Joa) Tejeiro, Valentina Rojas Loa
 

Vernissage 30.10. 15.00 Uhr

Kunst-Installation im Noon / Foyer Kleines Haus
Theater Bremen
Goetheplatz 1-3

30.10. Karina Sainz Borgo: Nacht in Caracas

Der von der Kritik hochgelobte Debut-Roman erzählt in atmosphärisch dichter Sprache von Adelaida, einer jungen Frau aus Caracas. Die von Gewalt, Korruption und staatlicher Misswirtschaft bestimmte Gegenwart Venezuelas zerstört Existenzen und nahezu das gesamte gesellschaftliche und kulturelle Leben. In spektakulärer Weise stellt der Roman dies aus Sicht der Hauptfigur dar. Als diese an den Lebensverhältnissen des im Chaos versinkenden Landes verzweifelt, entschließt sie sich zur Flucht nach Spanien. 

Moderation: Janina Pérez Arias

In Kooperation mit dem Instituto Cervantes

Sonntag, 30.10. | 18.00 Uhr

Instituto Cervantes Bremen
Schwachhauser Ring 124
28209 Bremen

 

01.11. Diskussion zur Bremer Bewerbung um den UNESCO-Titel „City of Literature”

Das internationale Netzwerk Cities of literature wurde von der UNESCO 2004 initiiert.  Heute gehören 42 Städte weltweit dazu; sie verbinden sechs Kontinente. Bremen und Danzig bewerben sich 2023 als Zeichen eines besonderen Engagements für Literatur um den UNESCO-Titel „City of literature“.  Vertreter:innen aus Vilnius, Krakau, Durban, Lviv, Danzig und Bremen diskutieren über die Bedeutung von Literatur und internationaler kultureller Vernetzung heute.

Moderation: Ian Watson / Begrüßung: Alexandra Tacke

In englischer Sprache

In Kooperation mit dem Senator für Kultur

Dienstag, 01.11 | 15.00 Uhr

Rathaus Bremen / Kaminsaal
Am Markt 21
28195 Bremen

 

01.11. Eröffnung | Lesung und Gespräch Juri Andruchowytsch: Radio Nacht

Juri Andruchowytsch ist heute eine der bekanntesten Stimmen der Ukraine, ja sogar einer der wichtigsten europäischen Autoren der Gegenwart. Sein Werk erscheint in 20 Sprachen. Für ihn war schon immer Europa, dem er sich zugehörig fühlt, mehr als nur die Europäische Union. In zahlreichen Essays, Gesprächen und Vorträgen setzt er sich nachdrücklich für den proeuropäischen Gedanken ein. Der polyglotte Galizier ist ein überzeugter Mitteleuropäer. Vor allem seit dem Beginn des Krieges in Februar 2022 war und ist Andruchowytsch in vielen deutschsprachigen Medien präsent. Im Herbst 2022 erscheint auf Deutsch im Suhrkamp Verlag sein neuestes Buch Radio Nacht, ein Gegenwartsroman von eminenter Aktualität.

Begrüßung:  Dr. Andreas Bovenschulte (Bürgermeister), Cornelius Neumann-Redlin (Unternehmerverbände im Lande Bremen)

Moderation: Silke Behl

HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass die Anmeldungen zur Eröffnung der globale° am 01.11.2022 geschlossen sind. Alle Anmeldungen die bis zum 26.10.2022 eingegangen sind, sind bestätigt.
Wir bitten Sie, am Veranstaltungstag Ihre Plätze bis 18:45 Uhr einzunehmen.

In Kooperation mit der Senatskanzlei, der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen und dem Verein Unternehmerverbände im Lande Bremen e.V.

Dienstag, 01.11. | 19.00 Uhr

Rathaus Bremen
Am Markt 21
28195 Bremen

 

02.11. Juri Andruchowytsch: Radio Nacht

Radio Nacht, in der Ukraine 2020 erschienen, ist nicht nur ein sprachliches Feuerwerk, sondern ein aktueller Gegenwartsroman: Klimaproteste, Pandemie, die Bedrohung durch Russland – er handelt von einer Zeit, in der die Hoffnungen auf radikale Veränderungen begraben zu werden drohen. Als »Barrikadenpianist« hat er die Revolution zu Hause unterstützt, in der Emigration verdient er sein Geld als Salonmusiker: Josip Rotsky, ein Mann unklarer Identität, dessen Name an Trotzki, Brodsky, Joseph Roth erinnert. In einem Schweizer Hotel muss er für den Diktator seines Landes spielen – und wird zum Attentäter. Nach der Haft zieht sich Rotsky zurück und flieht schließlich nach Griechenland. Dort sendet sein »Radio Nacht« rund um die Uhr Musik, Poesie und Geschichten in die sich verfinsternde Welt.

Moderation: Silke Behl

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und der Stadtbibliothek Bremerhaven

Mittwoch, 02.11. | 11.00 Uhr

Stadtbibliothek Bremerhaven
Bürgermeister-Smidt-Str. 10
27568 Bremerhaven

02.11. Rozena Maart und Natasha A. Kelly: Sarah „Saartje“ Bartmann, Josephine Baker und die „Schlafende Milli“ - das Image der Schwarzen Frau in der Geschichte und Gegenwart Europas

Wer war Milli? Diese Frage stellte Nastaha Kelly im Frühjahr 2022 in ihrer Intervention in der Kunsthalle Bremen und sorgte damit für große Aufmerksamkeit. Ausgehend von dem Gemälde „Schlafende Milli“ von Ernst Ludwig Kirchner, das sich in der Sammlung der Kunsthalle Bremen befindet, ging sie der Frage nach, welche Rolle das Bild der „Schwarzen Frau“ in europäischer Kunst spielte. Kelly versucht, so Milli ein Stück Identität wiederzugeben, jenseits kolonialer und kolonialistischer Exotisierung.

In einer gemeinsamen Veranstaltung mit der südafrikanischen Wissenschaftlerin, Schriftstellerin und Lyrikerin Rozena Maart diskutiert Nastaha Kelly im Rahmen der globale° 2022 emanzipatorische Perspektiven auf das Bild der „Schwarzen Frau“.

Begrüßung: Maimuna Sallah

In englischer Sprache

In Kooperation mit der Universität Bremen, der Kunsthalle Bremen und dem Bremer Rat für Integration

Mittwoch, 02.11. | 16:00 Uhr

Kunsthalle Bremen
Am Wall 207
28195 Bremen

02.11. Irina Scherbakowa: Die Hände meines Vaters

Die renommierte Publizistin Irina Scherbakowa war Mitiniatorin der internationalen Gesellschaft Memorial. Heute ist Memorial in Russland verboten, Irina Scherbakowa lebt im Exil. In ihrem Buch Die Hände meines Vaters entwirft die Autorin anhand der Familiengeschichte, der Erinnerungen, sowie anhand von privaten und historischen Dokumenten ein Panorama Russlands im zwanzigsten Jahrhundert: vom Zarenreich, über die Oktober Revolution, Stalins Terror bis zu Putins Staat.

Moderation: Libuše Černá/Helga Trüpel

In Kooperation mit dem Deutschen Journalistenverband Bremen und der Villa Ichon

Bitte melden Sie sich bis zum 28. Oktober unter folgender E-Mailadresse an (daniel.schmidt@globale-literaturfestival.de).

Mittwoch, 02.11. | 18 Uhr

Villa Ichon
Goetheplatz 4
28203 Bremen

Droemer 2017, übersetzt von Susanne Scholl

02.11. Erik Fosnes Hansen: Zum rosa Hahn - abgesagt!

***Die Lesung mit Erik Fosnes Hansen am 02.11. um 20 Uhr muss wegen Erkrankung abgesagt werden, sie wird 2023 nachgeholt.***

 

In seinem neuen Roman über zwei alchemistisch begabte Goldmacher standen der Sprachwitz und die Fantasie im Vordergrund. Die beiden treffen auf einer Landstraße zufällig aufeinander und ziehen schließlich in die von Fürstin Clothilde regierte Stadt Jüterbog, in der die Untertanen durch Massage bei Laune gehalten werden. Heimlich beobachtet werden die beiden von einem Hund und einer Katze, die sich fragen, was die Ankunft der Männer bedeuten könnte. Ein Text, so kafkaesk und skurril, dass der Brotteig spricht und die Zeitungen fliegen.

Moderation: Katrin Krämer

In Kooperation mit dem Kulturzentrum Schlachthof

Mittwoch, 02.11. | 20 Uhr

Kulturzentrum Schlachthof
Findorffstr. 51
28215 Bremen

KiWi 2022, übersetzt vom Ina Kronenberger

03.11. Shumona Sinha: Das russische Testament

Für Tania, die in den 1980er Jahren in Kalkutta als Tochter eines passionierten Buchhändlers und einer wütenden Mutter aufwächst, ist die russische Literatur Zufluchts- und Sehnsuchtsraum. Im kommunistischen Westbengalen spürt sie als Studentin die Lebensgeschichte eines jüdischen Verlegers Lew Kljatschko auf, dessen Kleinverlag in den 1920er Jahren surrealistische Literatur in Umlauf brachte. Als Tania Kontakt zu Kljatschkos Tochter Adel aufnimmt, die mittlerweile als betagte Dame in einem Altenheim in Sankt Petersburg lebt, geraten über Kontinente, Jahrzehnte und Ideologien hinweg Lebens- und Weltgeschichte in Bewegung.

Moderation: Karen Struve

In Kooperation mit dem Institut français

Donnerstag, 03.11. | 17.00 Uhr

Institut français
Contrescarpe 19
28203 Bremen

Edition Nautilus 2021, übersetzt von Lena Müller

03.11. Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer

Exklusive Filmszenen, Lesung & Gespräch mit der Autorin Adriana Popescu und dem Regisseur Patrick Büchting

Die Zeit nach dem Abitur markiert einen der wichtigsten Lebensabschnitte. Einen Zwischenraum, in dem alles möglich ist; die Wege gefühlt endlos und so viele Möglichkeiten, die man ergreifen könnte. Adriana Popescu fängt dieses Gefühl in ihrem Jugendroman ein und verhandelt die großen Fragen der Identität, Liebe und Freundschaft – auf dem Weg nach Lissabon in einem kleinen Wagen zwischen den vier Menschen Romy, Konrad, Nele und Julian.

Anlässlich der Verfilmung des erfolgreichen Jugendromans Morgen irgendwo am Meer kommen der Filmregisseur Patrick Büchting und die Autorin des Romans mit dem Publikum ins Gespräch. Patrick Büchting zeigt Filmszenen, die selbst die Autorin noch nicht gesehen hat. Im anschließenden Gespräch geht es um folgende Fragen: Vor welchen Herausforderungen standen Regisseur und Filmteam bei der Verfilmung? War die Autorin in die Filmadaption eingebunden? Wie fühlt es sich an, den eigenen Stoff auf der Leinwand zu sehen? Adriana Popescu wird live über zoom dazu geschaltet.

Moderation: Corinna Gerhards

In Kooperation mit der Stadtbücherei Delmenhorst

Voranmeldungen möglich unter Telefon (04221) 99-2476 oder per E-Mail an stadtbuecherei@delmenhorst.de.

Eintritt

Donnerstag, 03.11. | 19 Uhr

Stadtbücherei Delmenhorst
Lange Straße 1a (City-Center)
27749 Delmenhorst

cbj/cbt 2019

03.11. Florence Brokowski-Shekete: Raus aus den Schubladen! und Tete Loeper: Barfuß in Deutschland

Die Journalistin Tete Loeper nimmt als Grundlage für ihr Buch Barfuß in Deutschland ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse. Sie verdeutlicht, wie schwer es ist, in Deutschland anzukommen und Fuß zu fassen. Auch Florence Brokowski-Shekete hat in ihrem autobiografischen Debut Mist, die versteht mich ja! Konfrontation mit Vorurteilen und Alltagsrassismus in Deutschland thematisiert. Das Buch stand auf der Spiegel- Bestseller-Liste. In diesem Jahr publiziert Florence Brokowski-Shekete Gespräche mit zwölf Schwarzen Deutschen aus verschiedensten Berufen über ihr Leben – vom Metzgermeister in Speyer über den ostfriesischen Kfz-Mechaniker bis zur Gynäkologin in Saarbrücken.

Moderation: Maimuna Sallah

In Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und dem Bremer Rat für Integration

Donnerstag, 3.11. | 20.00 Uhr

Arbeitnehmerkammer Bremen
Bürgerstraße 1
28195 Bremen

 

Orlanda 2022
Orlanda 2022

04.11. Yade Yasemin Önder, Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron

Ein abwesender und doch immer anwesender Vater, der gleich zu Beginn in die Kreissäge stürzt. Eine cholerische Mutter. Fünf Freundinnen, die aus dem Fenster fliegen, zu viel Essen und zu wenig. Miniaturen, die vereinzelte Situationen kaleidoskopartig in verschiedensten Facetten ausleuchten. Im Haus auf der Wiese wächst die Erzählerin zwischen Helmut Kohl und den Spice Girls auf und versucht ihre Form zu finden.

Yade Yasemin Önder beschreibt diese Suche in einer Sprache, die einem im Halse stecken bleibt: lyrisch und zart, komisch und brutal. Ausgezeichnet mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE 2022.

Moderation: Tatjana Vogel

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen und dem Kulturforum Türkei

Freitag, 04.11. | 18 Uhr

Stadtbibliothek Bremen
Am Wall 201
28195 Bremen

KiWi 2022

04.11. Deutsch-niederländische Literatur-Performance Building a Bridge

Innerhalb eines halben Jahres sind neun Nachwuchsautor:innen aus Bremen und Groningen immer wieder zusammengetroffen und haben gemeinsam literarische Brücken gebaut. Nun kann das Publikum diese Brücken betreten. Wo wird diese Begegnung hinführen? Lassen wir uns gemeinsam überraschen und mit den verschiedenen Sprachen und Geschichten spielen.

Aber so viel können wir schon einmal verraten: Sie begegnen sich im Zug und geben dem, was sie beschäftigt, Worte: Kindheitserinnerungen, Gender, Depression, Kampfgeist. Die Zuschauer:innen sind Mitreisende und dürfen mit über die Brücke mitfahren.

Begrüßung: Libuše Černá

In Kooperation mit dem Theater im Volkshaus

Gefördert von der Botschaft des Königreichs der Niederlande, dem Fonds Soziokultur, dem Senator für Kultur und dem Bremer Literaturkontor.

Freitag, 04.11. | 19.00 Uhr

Theater im Volkshaus/Opus Einhundert
Hans-Böckler-Str. 9
28217 Bremen

04.11. Hendrik Bolz: Nullerjahre

„Blühende Landschaften“ versprach 1990 Bundeskanzler Helmut Kohl den Menschen in den „neuen“ Bundesländern nach der Friedlichen Revolution. Hendrik Bolz´Roman Nullerjahre beschreibt das Aufwachsen in dieser Zeit, die den Menschen viel versprochen und wenig eingelöst hat. Bolz beschreibt in seinem ersten Buch eindringlich das Aufwachsen nach dem „Ende der Geschichte“ in den 1990er Jahren im wiedervereinigten Deutschland. Statt zur blühenden Landschaften nimmt er die Leser:innen mit in eine Welt aus Perspektivlosigkeit, Drogen und (rechter) Gewalt. Dabei zeigt seine Perspektive einen Blick auf das Stralsund der 1990er und der „Nullerjahre“ frei von bildungsbürgerlichem Voyeurismus und leistet einen Beitrag zu einer Debatte zum Thema, das bis heute kaum aufgearbeitet ist.

Moderation: Klaas Anders

In Kooperation mit dem Kukoon

Hier geht es zum Vorverkauf

Freitag, 04.11. | 20.00 Uhr

Kukoon
Buntentorsteinweg 29-31
28201 Bremen

KiWi 2022

Sa, 05.11. und So, 06.11.​

Miteinander - Kulturcampus

Traditionell verwandeln globale° und das Theater Bremen gemeinsam verschiedene Theaterbühnen in einen grenzüberschreitenden Kulturcampus. An unterschiedlichen Spielorten werden Lesungen, Inszenierungen, Diskussionen angeboten. Am Sonntag laden wir zusätzlich im Institut français in Bremen zu einer Matinee und in Bremerhaven zu einer Veranstaltung unter dem Titel Heimat – eine Besichtigung des Grauens ein.

05.11. Literarischer Spaziergang entlang Bremer Buchhandlungen, 11.00 Uhr

Wort ergreifen!

Der Krieg lässt Autor:innen in der Ukraine Brutalität erleben, in Belarus verstärken sich die Repressionen, in Russland zwingt das Regime unzählige Menschen in die Flucht. Darunter auch kritische Autor:innen und Journalist:innen, die nun aus dem Exil veröffentlichen müssen. Sie riskieren mit ihrer Arbeit Strafe und Gewalt. So bleibt ihre Tätigkeit auch aus dem Ausland ein widerständiger Akt.

Wir möchten diese Stimmen ins Zentrum der Bremer Öffentlichkeit holen, historische Zusammenhänge verstehen und lernen, was es bedeutet, in Zeiten und von Orten der Gewalt und Repression zu schreiben.

Bei jeder Buchhandlung werden teils historische, teils aktuelle, literarische oder journalistische Texte aus der Ukraine, Belarus und dem russischen Exil vorgestellt. Jeder Text wird kurz eingeordnet und dann von einer Schauspieler:in gelesen.

In Zusammenarbeit mit Schauspieler:innen der Bremer Shakespeare Company und ausgewählten Bremer Buchhandlungen.

Samstag, 05.11. | 11.00 Uhr

Treffpunkt an der Buchhandlung Storm
Langenstraße 11
28195 Bremen

Hinweis: Bitte melden Sie sich per Mail für die Teilnahme an (tatjana.vogel@globale-literaturfestival.de)

05.11. Domenico Müllensiefen: Aus unseren Feuern

Heiko, Thomas und Karsten wollen alles anders machen als ihre von den orientierungslosen 1990er Jahren verbitterten Eltern. Statt eines Aufstiegs in blühenden Landschaften erwarten die drei Freunde die Übernahme eines maroden Schlachtbetriebs, benebelte Montageeinsätze in dunklen Kabelschächten und Bewerbungstrainings im Jobcenter. Jahre später haben sich die Freunde aus dem Blick verloren. Da wird Heiko, der inzwischen als Bestatter arbeitet, zu einer Unfallstelle gerufen; die Geschichte beginnt nochmal von vorn. Ein eindrucksvoller Roman über die gegenwärtige Arbeiterklasse, fragile Männlichkeit und die Suche nach einer Perspektive im Ostdeutschland der Nachwendejahre.

Moderation: Farukh Sauerwein

Samstag, 05.11. | 13.00 Uhr

Eintritt

Brauhauskeller
Theater Bremen

Kanon 2022

05.11. Literatur und Wissenschaft in Zeiten des Krieges

Der Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 erschütterte nicht nur die ganze Welt und unsere Gesellschaft, sie verunsicherte auch die damit assoziierte Kulturvermittlung und die Wissenschaft. Es wird immer schwieriger, sich mit russischer Kultur und Literatur auseinanderzusetzen. Wen befragt man, wen lädt man aus? Die Wissenschaft hat ein ähnliches Problem. An der Schnittstelle zwischen Geschichte, Kultur und ihrer Vermittlung stellt sich die Frage: Wie kann man über Literatur sprechen, wie kann man die Vergangenheit interpretieren in Zeiten des Krieges? Und wie betrachtet man sie nach einem Angriff und seinem Fortbestehen in diesem Jahr?

Es diskutieren Oxana Matiychuk, Kulturinstitut Gedankendach in Czernowitz, Alyssa DeBlasio, Dickinson College und Gun-Britt Kohler, Universität Oldenburg

Moderation: Simon Lewis, Universität Bremen

In Zusammenarbeit mit der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und der Universität Bremen

Samstag, 05.11. | 15.00 Uhr

Eintritt frei

Brauhauskeller
Theater Bremen

05.11. Paul Bokowski: Schlesenburg

Schlesenburg. So heißt die Siedlung am Stadtrand, in der fast mehrheitlich Familien aus Polen wohnen. Sie alle tragen Hoffnungen und Träume in sich, sie alle teilen den Schmerz über eine verlassene Heimat und die Suche nach einer Neuen. Es ist Sommer ´89, und eine Wohnung in der Burg geht in Flammen auf. Dieser Brand löst eine Kette von Ereignissen aus, die alle in der Burg verändern. Es ist ein Jahr des Suchens, der Trauer und des Drangs zu wissen, wo man herkommt.

Moderation: Daniel Schmidt

Samstag, 05.11. | 16.30 Uhr

Eintritt

Kleines Haus
Theater Bremen

btb 2022

05.11. Behzad Karim Khani: Hund, Wolf, Schakal