Tagung Migrationsvordergrund – Provinzhintergrund.

Deutschsprachige (Welt-) Literatur aus Osteuropa

Programm:

09.11.2017

10:30 – 13:30: Studentischer Workshop mit der Autorin Lana Lux  zu Kulkolka (2017)
Leitung: Janine Ludwig (Organisiert vom Durden Dickinson Bremen Program  und großzügig unterstützt von Bill und Elke Durden)

14:30 Eröffnung
Axel Dunker, Jan Gerstner und Julian Osthues

15:00 Nach der Migration. Nellja Veremejs  Berlin liegt im Osten.
Hansjörg Bay

15:45 “Ich bin genauso deutsch wie Kafka” (Terézia Mora). Zur Infragestellung des Konzepts der Migrationsliteratur.
Manfred Weinberg

17:00 Sonderlinge, Außenseiter, Einzelgänger. Ex-zentrische Figuren bei Terézia Mora und Martin Kordić.
Julian Osthues

18:00 Lesung: Lana Lux liest aus ihrem Debütroman Kulkolka (2017)
Moderation: Axel Dunker
(Finanziert durch The William ’71 and Elke Durden Annual Literary Series at Bremen)

10.11.2017

09:00 Chance, Falle, Marketing: Herkunft als Kriterium in Literaturbetrieb und Literaturkritik.
Brigitte Schwens-Harrant

09:45: Alina Bronsky im literarischen Feld der Gegenwart.
Ruth Steinberg

11:00 Syrischer Surrealismus. Authentisches Erzählen in Saša Stanišićs Fallensteller.
Jan Gerstner

11:45: Ein Stück Heimat verspeisen? Zum Verhältnis von Nahrung und Herkunft in Texten von deutschsprachigen Autoren aus Osteuropa.
Laura Beck

14:00 Michael Stavarič – ein Autor mittelosteuropäischer Herkunft.
Renata Cornejo

14:45 The Third Space im Pop 3? Olga Martynovas Mörikes Schlüsselbein  und Saša Stanišićs Vor dem Fest.
Martin Schierbaum

16:15 “Der Geflüchtete ist eine eigene Kategorie Mensch.” Narrative der Flucht bei Olga Grjasnowa und Ilija Trojanow.
Stephanie Catani

17:00 Malenkaja Strana – Deutschland als Sehnsuchtsort in Lana Lux’ Kulkolka.
Janine Ludwig

11.11.2017

09:00 Shared HiStories. Ost-West-Geschichte(n) in Texten von AutorInnen mit osteuropäischem Hintergrund.
Axel Dunker

09:45 Erinnerung in Jan Faktors Roman  Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag.
Sven Kramer

11:00 Literarische Transformationen Europas? – Katja Petrowskajas Vielleicht Esther
Iulia-Karin Patrut

11:45 Erlebte Erinnerungsstrukturen als Teil einer postmodernen Poetik am Beispiel des Romans Das Herz von Chopin von Artur Becker
André Steiner

12:30 Abschlussdiskussion

Die Tagung ist öffentlich, alle sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen.
(Der Vermerk “Geschlossene Veranstaltung” wurde leider fälschlicherweise ins Programmheft aufgenommen)

 

 

Als Paul über das Meer kam

Film

Globale meets globale°

Dokumentarfilm: Als Paul über das Meer kam (2017)

Paul Nkamani hat sich aus seiner Heimat Kamerun durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist. Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben?

Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…  (farbfilm verleih)

Alle Termine: 06.11.17, 07.11.17, 08.11.17, 09.11.17

 

EINTRITT

Kein Mensch

Oper

Aufführung der Oper Kein Mensch im Kleinen Haus des Theater Bremen, eine Produktion des Nationaltheaters Prag (2017).

Foto: P. Borecký

„Der Tod ist die Lösung aller Probleme: Kein Mensch – kein Problem.“ Stalin
„Sprengt die Opernhäuser in die Luft!“ Pierre Boulez

Kein Mensch, eine Inszenierung des Prager Nationaltheaters in der Regie der in Bremen geborenen
Regisseurin Katharina Schmitt verhandelt das Schicksal des Bildhauers Otakar Švec und die Geschichte seines letzten Werkes, des Stalin-Denkmals auf dem Prager Letná Plateau. 1949 gewann Švec gegen seinen Willen den Wettbewerb zur Anfertigung eines riesigen Stalin-Denkmals. Der Bau der dreissig Meter hohen Statue dauerte sechs Jahre. In der Zwischenzeit starb Stalin, die Ehefrau von Švec beging Selbstmord und auch der Bildhauer nahm sich drei Wochen vor der Enthüllung des Denkmals im Mai 1955 das Leben. Das Denkmal wurde enthüllt, ohne dass Otakar Švec erwähnt wurde. Nur einige Jahre später wurde die Statue als Reaktion auf den politischen Wandel in der Sowjetunion und die Kritik des Personenkults im Rahmen einer geheimen Sprengung wieder zerstört. Bis heute sprechen die Prager vom „Stalin“, wenn sie über das Letná Plateau sprechen.
Ausgehend von Archivmaterial und historischen Quellen untersucht Kein Mensch das Verhältnis von Ideologie und Kunst zwischen zeitgenössischer Oper und Installation. Jiří Kadeřábeks Komposition

Foto: P. Borecký

basiert auf monumentalen Aufnahmen von Männerchören und einem Symphonieorchester, die mit live gespielter und gesungener Kammeropernmusik durch eine Surround-Installation verwoben werden.

Dauer: 1 Stunde 15, ohne Pause
Beginn der Einführung: 19:30 Uhr, Beginn der Vorstellung 20:00 Uhr

EINTRITT

Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen
Koproduktionsfonds des Goethe-Instituts entwickelt.

Lana Lux: Kukolka & Lize Spit: Und es schmilzt

Lesung

Foto: Keke Keukelaar / De Beeldunie
Foto: Kat Kaufmann

Lana Lux: Kukolka (Aufbau Verlag 2017)

“Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte. ” (aufbau Verlag)

Lize Spit: Und es schmilzt (S.Fischer 2017, ins Deutsche übersetzt von Helga von Beuningen )

“Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt” (S. Fischer Verlag)

Unterstützt durch Annemaaike Bakker vom Theater Bremen.

 

 

Moderation: Tobias Pollok

 

In Zusammenarbeit mit Sehnsucht Europa

Als Paul über das Meer kam

Film

Globale meets globale°

Dokumentarfilm: Als Paul über das Meer kam (2017)

Paul Nkamani hat sich aus seiner Heimat Kamerun durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist. Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben?

Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…  (farbfilm verleih)

Alle Termine: 06.11.17, 07.11.17, 08.11.17, 09.11.17

 

EINTRITT

Kein Mensch I Deutsche Uraufführung

Oper

Deutsche Uraufführung der Oper Kein Mensch im Kleinen Haus des Theater Bremen, eine Produktion des Nationaltheaters Prag (2017).

Foto: P. Borecký

„Der Tod ist die Lösung aller Probleme: Kein Mensch – kein Problem.“ Stalin
„Sprengt die Opernhäuser in die Luft!“ Pierre Boulez

Kein Mensch, eine Inszenierung des Prager Nationaltheaters in der Regie der in Bremen geborenen
Regisseurin Katharina Schmitt verhandelt das Schicksal des Bildhauers Otakar Švec und die Geschichte seines letzten Werkes, des Stalin-Denkmals auf dem Prager Letná Plateau. 1949 gewann Švec gegen seinen Willen den Wettbewerb zur Anfertigung eines riesigen Stalin-Denkmals. Der Bau der dreissig Meter hohen Statue dauerte sechs Jahre. In der Zwischenzeit starb Stalin, die Ehefrau von Švec beging Selbstmord und auch der Bildhauer nahm sich drei Wochen vor der Enthüllung des Denkmals im Mai 1955 das Leben. Das Denkmal wurde enthüllt, ohne dass Otakar Švec erwähnt wurde. Nur einige Jahre später wurde die Statue als Reaktion auf den politischen Wandel in der Sowjetunion und die Kritik des Personenkults im Rahmen einer geheimen Sprengung wieder zerstört. Bis heute sprechen die Prager vom „Stalin“, wenn sie über das Letná Plateau sprechen.
Ausgehend von Archivmaterial und historischen Quellen untersucht Kein Mensch das Verhältnis von Ideologie und Kunst zwischen zeitgenössischer Oper und Installation. Jiří Kadeřábeks Komposition

Foto: P. Borecký

basiert auf monumentalen Aufnahmen von Männerchören und einem Symphonieorchester, die mit live gespielter und gesungener Kammeropernmusik durch eine Surround-Installation verwoben werden.

Dauer: 1 Stunde 15, ohne Pause
Beginn der Einführung: 19:30 Uhr, Beginn der Vorstellung 20:00 Uhr

EINTRITT

Das Projekt wurde mit Unterstützung des Internationalen
Koproduktionsfonds des Goethe-Instituts entwickelt.

Imran Ayata: Ruhm und Ruin

Lesung

Foto: Harry Weber

Imran Ayata liest aus Ruhm und Ruin: Roman in elf Geschichten (Verbrecher Verlag 2015)

Imran Ayata erzählt in seinem 2016 als Fußballbuch des Jahres nominierten Roman die Geschichte eines ” türkischen, ehemals ziemlich erfolgreicher Kiezklubs. Er verkörpert die Hoffnung (oder gar Utopie) der Migranten auf ein besseres Leben in einer urdeutschen Domain: dem Vereinswesen. Doch zwischen politischen Ansprüchen, dem Profifußball und den Ambitionen Einzelner werden viele Hoffnungen und Träume zerstört.” (Verbrecher Verlag)

 

Moderation: Walter Langlott

In Zusammenarbeit mit dem Kulturforum Türkei

Simon-Pierre Hamelin: 101, Rue Condorcet, Clamart

Foto: Stephano Berca

Szenische Lesung

Simon-Pierre Hamelin liest aus 101, Rue Condorcet, Clamart (Osburg Verlag 2017, aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe)

101, rue Condorcet, Clamart – an der Pariser Peripherie. In den 30er Jahren, in einer engen Küche, an einem winzigen Tisch beugt sich die große russische Dichterin Marina Zwetajewa (1892–1941) über ihr blaues Heft. Draußen der graue, wolkenverhangene Himmel von Clamart, in ihr die Sehnsucht nach der fernen Heimat. Und vor dem Haus, in dem Marina Zwetajewa mit ihrer Familie im Exil lebt – ein Gerichtsvollzieher. Aber wo leben, wenn es die alte Heimat nicht mehr gibt, die Revolution sie bis zur Unkenntlichkeit verändert hat? Zwetajewas Mann Sergej Efron und ihre zwei Kinder, Alia und Mour, sind ihren Existenzängsten ganz ausgeliefert. Sich in den »geheimen Garten« des Schreibens zurückzuziehen und zumindest dort eine neue Welt zu erschaffen, ist ihnen nicht vergönnt. Dasselbe Haus, achtzig Jahre später: Ein junger Schriftsteller besucht seine Familie in Paris. Und er entdeckt, dass sie die gleiche Adresse mit einer der wichtigsten Autorinnen der russischen Sprache teilen. Er entscheidet sich, im Namen von Marina Zwetajewa eine literarische Vergeltung an den Kleingeistern der Vororte zu üben. Hamelins Roman 101, rue Condorcet, Clamart wurde auf Russisch veröffentlicht und wird gerade ins Spanische übersetzt. Die

Neben dem Autor werden  Nadine Geyersbach und Matthieu Svetchine vom Theater Bremen lesen und inszenieren.

Die Dramatisierung wird als szenische Lesung erstmalig im Rahmen von globale° vorgestellt.

In Zusammenarbeit mit dem Theater Bremen und der Stadtbibliothek Bremerhaven

 

Ondřej Cikán: Prinz Aberjaja

Film und Lesung

Foto: Lukas Beck

Ondřej Cikán liest aus Prinz Aberjaja (Labor 2013), im Anschluss wird der von ihm ebenfalls produzierte, gleichnamige Kurzfilm gezeigt. Erzählt wird eine neue Version des tschechischen Märchens Prinz Bajaja, das Cikán in eine poetische Liebesgeschichte umdichtet.

Moderation: Viktorie Knotková

EINTRITT

Als Paul über das Meer kam

Film

Globale meets globale°

Dokumentarfilm: Als Paul über das Meer kam (2017)

Paul Nkamani hat sich aus seiner Heimat Kamerun durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist. Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben?

Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…  (farbfilm verleih)

Alle Termine: 06.11.17, 07.11.17, 08.11.17, 09.11.17

 

EINTRITT